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DI Hans Traxler (LBA 1953) berichtet: REFLEXIONEN von Bruder IGNATIUS, Physiklehrer

Dimension Zeit

"Stellt euch vor, ihr beobachtet Lebewesen, die nur zwei-dimensional - Länge und Breite - wahrnehmen können. Die dritte Dimension, den Raum - Höhe und Tiefe - können sie nicht sehen; lediglich jenen Teil, der sich gerade auf ihrer "Ebene" befindet. Wenn sich durch eine solche "Ebene" - stellen sie sich zum leichteren Verständnis diese als ein Blatt Papier vor - ein Gegenstand in der dritten Dimension bewegt, können die zwei-dimensionalen "Lebewesen" jeweils nur die Veränderungen an der Stelle feststellen, die sich "gerade auf der Ebene befindet". Im Laufe der Zeit können sie sich aber ein genaueres Bild von der Form und der Farbe des Gegenstandes machen, der bisher die Ebene durchstoßen hat. Sie wissen aber nicht, wie der Gegenstand "künftig aussehen wird", auch nicht, wann er das Blatt "verlassen wird."

Was kann dieses Gleichnis erklären? Es ist denkbar, daß es Wesen gibt, die nicht nur - wie wir Menschen - drei Dimensionen, sondern mehrere wahrnehmen können. Die Zeit kann als vierte Dimension angesehen werden. Ein solches Wesen kann also gleichzeitig Vergangenes, Derzeitiges und Künftiges - sehen und beurteilen. Es ist uns Menschen dadurch überlegen. Das Wesen könnte, müsste aber nicht eingreifen. Es könnte uns Ratschläge für unser Verhalten geben. Wir können, müssen diese aber nicht annehmen."



Das Weltgeschehen eine Pendelbewegung ?

Das physikalische Pendel bewegt sich stets von einem Eckpunkt zum anderen. Wenn es den äußersten - den instabilsten - Punkt erreicht hat, ändert es sein Richtung und schwingt in die entgegen gesetzte Richtung, bis es wieder den Eckpunkt erreicht hat. In der stabilsten Lage - unten, am Scheitelpunkt - bleibt es aber nicht stehen. Würde das Pendel einer Uhr dort stehen, hat es seine Funktion verloren.

Auch in der menschlichen Gesellschaft gibt es politische, marktwirtschaftliche, ... Zielsetzungen und Abläufe, die konträr sind. Sie gleichen also Pendelbewegungen. Das Ziel einer Gruppe ist es, konsequent "in die eine Richtung", jenes einer anderen "in die entgegengesetzte Richtung" zu gehen. Wenn aber ein "Eckpunkt" erreicht worden ist, bewegt sich die Gesellschaft wieder zum anderen "Eckpunkt". In der stabilsten Lage bleibt die Gesellschaft aber nie stehen. Allerdings folgen die Ausschläge und das Tempo der gesellschaftlichen "Pendelbewegungen" nicht den physikalischen Gesetzen. Sie bewegen sich gleichzeitig auf der Zeitachse weiter, weshalb die Ausschläge und das Tempo des Pendels nie den früheren gleichen.

Aus dem Pendel-Vergleich kann man auch ableiten, dass es keinen gesellschaftlichen Fortschritt gäbe, wenn das "Gesellschaftspendel" in der ruhigsten Lage stehen bliebe.

DI TRAXLER - Anmerkung zu den zwei Beispielen: "Ich kann mich natürlich nicht mehr an den genauen Wortlaut, wohl aber an den Grundgedanken erinnern. Die Texte müssen daher als angesehen werden!"
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